Uhlandstrasse

Ludwigsburg, 2013

Das innerstädtische Grundstück an der Kreuzung Wilhelmstraße/ Uhlandstraße war lange Zeit als Parkfläche genutzt. Im Zuge der Wiederentdeckung der Innenstädte als Wohnstandort begann im Jahr 2008 die Projektierung hochwertiger Wohnungen.

In vier Solitärbaukörpern ähnlicher Größe sind auf 3 500 m² Fläche 34 Wohneinheiten und eine Gewerbefläche untergebracht. In einer 2- geschossigen Tiefgarage befinden sich 93 Stellplätze, die auch den Bedarf des Süwag- Verwaltungsgebäudes an der Bismarckstrasse abdecken.

Größe und Maßstab der Solitärbaukörper beziehen sich auf die Stadtvillen der Gründerzeit, welche das Quartiersumfeld prägen. Ähnlich wie die neuen Bauten der Kreissparkasse in der Blumenstrasse sollen trotz neuartiger Formensprache durch ähnliche Baumassen und Höhenentwicklungen Bezüge zum Bestand aufgenommen werden.

Die Eckbetonungen der Gründerzeitvillen durch Türme, oder Erker werden transformiert und als abgerundete Ecken in die heutige Zeit übertragen. So werden Bezüge zum gegenüber liegenden Pflugfelderhaus aufgenommen. Die Kreissparkasse verwendet an der Uhlandstrasse ähnliche Stilmittel.

Die vier frei geformten Baukörper umschließen den beruhigten, grünen Innenhof mit hoher Aufenthaltsqualität. Nach dort und zur südlichen Wilhelmstrasse orientieren sich die Wohnungen mit großzügigen Gärten, Loggien, und Dachterrassen. Die Übergangsbereiche zum Straßenraum sind geprägt durch die nicht parallelen und fließenden Raumkanten.

Die Putzfassaden korrespondieren mit den Barockbauten der Ludwigsburger Innenstadt.
Die Putzstruktur wurde von dem historischen Reihenhaus Friedrich Hausers in der unteren Bismarckstraße übernommen.

Die hellen, horizontalen Bänderungen der Fassade stehen im bewussten Gegensatz zu den vertikalen Fensterelementen. Ein in Abstimmung mit der Süwag entwickeltes Energiekonzept mit Fernwärmenutzung garantiert den regenerativen Energieanteil.

Ursprünglich war geplant, entlang der Uhlandstraße Bäume zu pflanzen. So hätte der Straßenraum attraktiv gestaltet werden können. Die Bewohner hätten ebenfalls von dieser Durchgrünung profitiert. Der Bauträger hatte eine Kostenübernahme von 100000 € zugesichert. Leider verhinderte die Straßenplanun mit sehr sinnvoller Fahrradwegeoption und leider wenig sinnvollen Abbiegespuren diese städtebauliche Aufwertung.

Die Planung wurde durch eine Gestaltungskommission bestehend aus Mitgliedern des Planungsamtes und einem externen Berater begleitet. Auf die Staffeldachgeschosse und den Pavillon auf dem Eckgebäude hätte der Verfasser gern verzichtet. Insgesamt war dieses begleitete Verfahren jedoch ausschlaggebend für die Genehmigung des Projektes durch den Gemeinderat und die Realisierung des Projektes in der vorliegenden Form.